Das deutsche Schulsystem - Ein Relikt vergangener Zeiten

Wie ich bereits auf Facebook und Instagram erwähnt habe, wurden die Stimmen zu einer kollektiven Kritik immer lauter, wodurch ich mich entschieden habe, eure Nachrichten zusammenzutragen und eure Meinungen in diesem Blog zu verschmelzen. Dabei werde ich keine Usernamen und Plattformen nennen, um die Anonymität zu gewährleisten. Mir persönlich liegt auch viel an diesem Thema, weshalb ich auch teilweise meinen "Senf dazugeben" werde 😅. Dennoch, viel Spaß beim Lesen.

Nach der Logik des Lehrplans, ist jeder Schüler gleich. Jeder Schüler sollte objektiv und fair bewertet und benotet werden. Dennoch stößt diese Logik in der Realität schnell an seine Grenzen. Kein Schüler ist gleich, obgleich er intelligent oder weniger intelligent sei. Es liegt auch kaum an den Lehrern, da die nur das tun, was ihnen aufgetragen wird: zu unterrichten. Immer mehr Schüler stoßen sowohl leistungstechnisch, als auch psychisch immer schneller an ihre Grenzen. Der Leistungsdruck an deutschen Schulen wird immer mehr. Es wird immer mehr Wissen in der selben Zeit gelehrt. Bis zu 80% dieses Wissens wird jedoch der Schüler im Laufe seines Lebens kaum mehr als einmal benötigen, wenn nicht sogar gar nicht.

 

Schüler kommen mit dem Lernen nicht mehr hinterher. Selbst, wenn so gut wie jede Minute der Freizeit geopfert wird, werden die Noten kaum besser. Hier ein Beispiel:

Jonas ist 12 Jahre alt und geht in die 5. Klasse einer Realschule. Er ist durchschnittsintelligent und schreibt regelmäßig dreier, aber gelegentlich auch mal eine zwei. Er kommt gut mit dem Stoff nach und lernt täglich 2 bis 3 Stunden (abzüglich Hausaufgaben). In jedem Fach ist er gleich gut. Er hat einen Durchschnitt von 3,0.

 

Einen Schüler wie Jonas gibt es kaum. Entweder kommen die Schüler im Stoff gar nicht mehr nach, zu leiden der Familie und Freizeit oder sie sind schlicht und weg gelangweilt, weil sie unterfordert sind. Über- und Unterforderung sind zwei gefährliche Eigenschaften, die auf einen Schüler zutreffen können. Denn beide haben den fiesen Beigeschmack, dem Schüler die Noten zu vermiesen. Damit meine ich, dass von einem Schüler, der ein grandioses Mathegenie ist, in Deutsch allerdings unterdurchschnittlich arbeitet, das selbe erwartet wird, wie von einem Deutschgenie, das wiederum in Mathe keine Stärke findet. Beide Schüler hätten unterschiedliche Stärken, aber dennoch wird von beiden das selbe erwartet. Der Unterricht könnte so gestaltet werden, dass beide voneinander lernen könnten, aber so ist es nicht.

Das Problem dabei ist, dass es vor allem auch auf die Psyche des Schülers schlagen kann. Auf Dauer kann dies zu einer erheblichen Beeinträchtigung der pychischen Gesundheit führen. Darüber hinaus leiden auch Familie und Freunde. Freizeit wird geopfert, um Hausaufgaben zu machen, welche in diesem Moment keinen Sinn ergeben. Zusammenfassend kann man sagen, dass etwa 68% des Schulwissen 5 Jahre nach dem Abschluss vergessen wird, weil es schlichtweg nicht gebraucht wird. Schüler werden zu oft zu stark unter Druck gesetzt, sie MÜSSEN die erforderliche Leistung in jedem Fach erbringen.

 

Die Kinder werden bereits in der 4ten Klasse dazu gedrängt sich einen Beruf auszusuchen. Ich selber ebenfalls. Nach meiner Ausbildung bin ich soweit, dass ich sage, diese Ausbildung ist ein Fehler gewesen. Kaum ein Mensch arbeitet 20 Jahre nach der Ausbildung den Beruf, der erlernt wurde. Das System zwingt die Kinder in Berufe, die sie sich als 12 jährige vorstellen können. Das kann so nicht gutgehen.

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