Cybermobbing - Die soziale Gefahr des Web

Jeder kennt es und jeder hat es erlebt... Cybermobbing ist die digitale Version des Mobbing und daher um einiges extremer. Wieso Cybermobbing extremer und gefährlicher ist? Hier wird lediglich die psychische Gewalt ausgeübt. Das Opfer sind meist Mitschüler oder Menschen mit anderen Meinungen. Allerdings ist es keine Seltenheit, dass auch das persönliche Umfeld – Familie und enge Freunde – ins Visier der Mobber geraten. Seltener, aber dennoch vorgekommen, ist der Fall, dass eine Familie umziehen muss. Es gibt verschiedene Formen von Cybermobbing. Meist sind es beleidigungen gegen das Opfer selbst oder dessen Familie. Im schlimmsten Fall kann Cybermobbing ebenfalls zu Depressionen und anderen führen. Wie bei jeder Form von Mobbing ist auch hier das Wegsehen auch sehr schlimm für den Betroffenen (mehr seht ihr in der Storytime unten).

 

Cybermobbing ist allerdings um einiges aggressiver als "normales" Mobbing. Der Grund ist der, dass im Web anonym agiert werden kann. Das macht es oftmals auch sehr schwer, einen "Täter" festzustellen. Außerdem kann hier aggressiver "beleidigt" werden, da hier nur wenig Gegenwehr erwartet wird. Außer, dass Cybermobbing aggressiver und evtl. anonym ist – natürlich auch digital – ist hier kein Unterschied zum "gewöhnlichen" Mobbing.

 

Jetzt möchte ich euch noch eine Story aus meiner Gegend erzählen:


Storytime

In meiner Region gab es vor wenigen Monaten einen sehr extremen Fall von Cybermobbing, der sogar vor Gericht ging. Aus Gründen der Anonymität, werde ich weder den Namen der Schule, noch den Namen der Stadt bekanntgeben. Aber nun zum Thema.

 

Ein 13-jähriger Junge wurde ständig auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken von seinen Mitschülern gemobbt. Er und seine Familie wurden auf das übelste beleidigt und sogar bedroht. Selbst die Eltern des 13-jährigen konnten nichts dagegen unternehmen, bis auf diese Nachrichten bei dem jeweiligen Netzwerk zu melden. Allerdings eskalierte die gesamte Situation vor 3 Monaten.

 

Hier wurde plötzlich eine Todesanzeige in der Zeitung gefunden. Der Name des angeblich verstorbenen, war der des 13-jährige Schülers, der quicklebendig war. Sogar das Geburtsdatum stimmte. Als die Lehrer das mitbekommen hatten, wurde umgehend die Polizei eingeschalten. Mit der örtlichen Zeitung konnte schnell der Täter ermittelt werden. Ein 14-jähriger Klassenkamerad hatte sich Zitat "nur einen Scherz" erlauben wollen. Da der "Täter" schon 14 ist, war er somit strafmündig und wurde dem Jugendrichter vorgeführt. Aus heutiger Sicht vor zwei Monaten wurde das Urteil gesprochen.

 

Der 14-jährige muss 127 Sozialstunden ableisten und wurde zu 1 Woche Jugendarrest verurteilt. Allerdings ist das Motiv bis heute nicht geklärt. Vielleicht weiß das der 14-jährige selbst nichtmal. Trotz diesem fairen und harten Urteil musste die Familie des Opfers wegziehen, weil dennoch die Mobbingangriffe nicht aufgehört hatten.


Ich möchte euch damit erklären, dass Mobbing, egal in welcher Form, absolut nichts bringt. Mobbing kann sogar das Leben einer ganzen Familie zur Hölle machen und im schlimmsten Fall sogar zerstören. Wenn ihr Zeugen von soetwas seid, dann schaut nicht weg. Denn Wegsehen ist mindestens genauso schlimm, wie das Mobbing selbst. Auch im Internet!

 

Später kam dann auch noch heraus, dass die Lehrer einige dieser Facebooknachrichten ebenfalls gelesen hatten, aber nicht eingegriffen hatten. Ich weiß, hätte hätte Fahrradkette, aber hätten die Lehrer früher eingegriffen, wäre es definitiv nicht so weit gekommen.

 

Oft habe ich selber auch erleben müssen, dass die Eltern der Überzeugung sind, dass deren Kinder die liebsten sind und niemals mobben. Oft glauben Eltern den Lehrern nicht, wenn ihnen gesagt wird, was deren Sohn/Tochter angestellt hat.

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