Ritzen - Info und Aufklärung

Es gibt viele verschiedene Arten des sog. SVV. SVV steht für "selbstverletzendes Verhalten". Die bekannteste unter allen ist das Ritzen. Dabei versucht der oder die Betroffene mithilfe einer Klinge (in den meisten Fällen ein Klinge, ähnlich dem Bild hier links) sich selbst zu verletzen, bis man blutet. Allerdings ist nicht nur der Schnitt an sich gefährlich, sondern es ist auch psychologisch betrachtet sehr gefährlich. Denn SVV kann (wie auch in früheren Blogs erwähnt) wie eine Alkohl- oder Drogensucht wirken. Man versucht ersteinmal eine kleine "Dosis". Dabei fühlt sich die Psyche wie in einem Rausch. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem man langsam "süchtig" danach wird und immer mehr braucht. Dabei blendet man mögliche Risiken einfach aus.

 

Wie schon erwähnt ist das leicht auf das Ritzen zu übertragen. Denn auch hier wird die "Dosis" immer mehr. Auch hier blendet der oder die Betroffene die Risiken auf die physische und psychische Gesundheit aus. Was viele nicht glauben, ist, dass eben das Ritzen evtl. die Depression, Borderline o.ä. schlimmer machen kann. Darüber hinaus können, neben den Narben, auch andere Gesundheitliche Schäden auftreten, z.B. eine Blutvergiftung.

 

Mit sowas ist nicht zu spaßen, da man daran sterben kann. Viele Betroffene versuchen sich zwar, mittels Ritzen umzubringen, aber dennoch sage ich oft diesen Satz: "Das Leben ist zu schön. Es tut zwar weh, aber es ist dennoch schön!" Es entstehen dadurch nur noch mehr Schäden, die man bereuen wird. Über 80% aller Betroffenen, die zur Klinge griffen, geben an, dass sie es bereut haben, das getan zu haben. Meist wegen den verbliebenen Narben, die nie komplett wegheilen können. Manche werden blaue Striemen behalten, manche haben mehr oder weniger das Glück, dass helle, weiße Striemen zurückbleiben.

 

Solltet ihr jemanden kennen oder euch sogar selbst Ritzen, holt schnell Hilfe. Je schneller dieses Problem angegriffen wird, desto eher kann die Betroffene Person sich davon psychisch erholen. Denn wenn jemand so weit geht, dass man sich selbst verletzt, aka ritzt, dann ist es ein sehr sicheres bis eindeutiges Zeichen dafür, dass diese Person mit zu vielen Problemen und Druck zu kämpfen hat. Dass diese Person psychisch sehr viel zu verkraften hat, was mit der Zeit zu viel wird. Wie gesagt, kennt ihr jemanden, der das macht, dann holt Hilfe. Es gibt spezielle Anlaufstellen in vielen Deutschen Städten und auch beim Jugendamt (nur für Fälle unter 18 Jahren). Ihr könnt euch, falls ihr selbst betroffen seid, euch an Vertrauenspersonen wenden, wie z.B. Vertrauenslehrer, beste/r Freund/in, Eltern/-teil oder auch Sozialarbeiter oder Schulpsychologe. Die zuletzt genannten beiden unterliegen übrigens der Schweigepflicht. Das heißt, auch, wenn ihr Minderjährig seid, und es wünscht, darf der Sozialarbeiter/Schulpsychologe eure Eltern nicht informieren, es sei denn, es besteht Gefahr für euer Leben (also ihr sagt, dass ihr euch Umbringen wollt o.ä.).


Im nächsten Blog werde ich ein Interview veröffentlichen, in dem ich mit einer ehemaligen Betroffenen sprechen werde. Sie wird etwas darüber erzählen, was sie gemacht hat, was sie erlebt hat und gibt Tipps für andere Betroffene.

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