Meine erste Erfahrung (Fortsetzung)

Da stand ich nun. Morgens um 03:00 Uhr und hab mir den Fahrplan durchgelesen. Da habe ich bemerkt, dass der nächste Zug, erst um 05:50 Uhr abfährt. Das wäre zu viel Zeit gewesen. Da habe ich dann entschlossen, wirklich zur Polizei zu laufen. Es war recht kalt und ich hatte Durst. Ich musste auch quasi die gesamte Stadt durchqueren (die Stadt hat lediglich 20.000 Einwohner, also recht klein).

 

Um punkt 04:00 Uhr bin ich an der Polizei angekommen und habe denen meine Lage erklärt. Der Polizist hat mir geholfen und einen Krankenwagen in das BKH (Bezirkskrankenhaus) geschickt, in das ich in die Psychatrie eingewiesen werden sollte, da ich Suizidgedanken hatte (das ist normal und absolut korrekt). Ich war dann 3 Tage (quasi über's Wochenende) dort und wurde an einem Montag entlassen. Man hatte keine Suizidgedanken mehr bei mir nachweisen können und mir ging es auch bedeutend besser.

 

Als ich dann auf dem Weg zurück in meine kleine Stadt war, fiel mir ein, dass ich auf Wohnungssuche gehen sollte und habe einige Anzeigen geschalten. Da ich gottseidank 500€ Ersparnisse hatte, konnte ich mir einige Hotels nehmen. 2 Wochen bin ich dann von Hotel zu Hotel "gereist" und mein Erspartes wurde immer weniger. Ende Juli habe ich dann spontan eine Woche Urlaub in Chemnitz gemacht, um mal wirklich auszuspannen. Es hat leider nicht wirklich was gebracht, da ich mir dort wieder geritzt habe, weil ich alleine war.

 

Als ich zurückgekehrt bin, war ich nun für eine Nacht wirklich obdachlos. Kein Geld, keine Wohnung. Mein Besitz hat in einen kleinen Trolley gepasst. Ich habe am nächsten Tag Freunde gefragt, ob ich eine Nacht bei ihnen schlafen kann, und sie haben gottseidank eingewilligt. Wieder einen Tag später habe ich eine überteuerte, verdammt kleine und dreckige Wohnung, oder eher Zimmer bekommen. Der Kühlschrank glich einem Insektenfriedhof und das Waschbecken war schimmlig. Die Toilette musste ich mit 12 anderen Bewohnern teilen; ebenso die Dusche, die auch total eckelig war. Man hatte auch kaum privatsphäre. Kein Fernseher, kein WLAN.

 

Hier ist mir auch etwas passiert, was ich in einem extra Blog, der demnächst erscheinen wird, genauer erläutern werde. Freut euch drauf ;-)

 

Ich war weiter auf Wohnungssuche, musste aber langsam aufgeben, da ich nichts bezahlbares gefunden habe. Mein Stellvertretender Abteilungsleiter half mir aber, eine Werkswohnung zu bekommen, in der ich jetzt sogar wohne und diesen Blog schreibe. Der Mann ist wirklich ein kleiner Held für mich. Die Wohnung ist nicht gerade klein, aber bezahlbar. Dennoch quälen mich immer wieder finanzielle Probleme.

 

Gottseidank hat meine Familie nicht nochmal versucht, mich zu erreichen. Ich mag das nicht.

 

 

Ich habe viel Scheisse erlebt. Keiner sollte sowas mitmachen müssen. Dennoch gibt es Menschen, denen es schlechter geht als mir damals und heute. Ich bin immernoch nicht voll gesund und habe vor 2 Wochen meine Beziehung verloren. Das war das erste mal, dass ich wegen einer Person geweint habe. Und wegen genau diesem Ereignis will ich keine Liebesbeziehung mehr haben. Es hat sich zwar toll angefühlt, geliebt zu werden, aber umso mehr tut es einfach weh, wenn man verletzt wird. Um dem vorzubeugen, habe ich diese Entscheidung getroffen.

 

Leider geht es mir dennoch zunehmend schlechter, da ich einsam bin. Aber dennoch helfe ich Menschen sehr gerne und erfolgreich, die Hilfe brauchen. Das habe ich mir zur Aufgabe gemacht (mehr lest Ihr unter dem Menüpunkt "INFOS".

 

Bis Bald... Weitere Blogs werden folgen

Kommentare: 0